Social Winning heißt das innovative Konzept von yieeha. Im Interview erläutert Gründer Philipp Schilling die Idee, Social Shopping und kostenlosen Spielspaß zu verbinden.

Hi Philipp,
könntest du dich bitte kurz vorstellen:

Moin Thomas, gerne. Philipp, 27 Jahre alt, Gründer, Geschäftsführer und Chief Evangelist von yieeha! Früher habe ich molekulare Biotechnologie studiert und bei einem Venture Capital Unternehmen gearbeitet.

Kannst du bitte das Konzept erläutern?
Auf yieeha entdeckst du cooles, ungewöhnliches Zeug. Ausgewählte Shops können ihre Produkte vorstellen, indem sie diese in der Community verlosen. So haben wir einen spielerischen Mehrwert für unsere User, die sich außerdem ihre Lieblingsprodukte wünschen und sogar eigene Dinge verlosen können.

Warum yieeha? Wie kommt man auf so einen Namen?
Yieeeeehaaaa! Wenn das kein Ausdruck von Spaß und Unterhaltung ist! Und genau darum geht’s bei yieeha. Wann ist ein Produkt, eine Marke am erfolgreichsten? Wenn Emotionalität dahinter steckt! Mitfiebern, Mitspielen, Gewinnen, eine völlig neue Art, Produkte kennen zu lernen. Der Name ist Programm und wird toll von unseren Usern adaptiert.

Wie könnt ihr euch von klassischen Gewinnspiel-Seiten abheben?
Ganz einfach, unsere Spiele sind fair und transparent. Wir sind kostenlos, verschicken keinen Spam und geben niemals Userdaten weiter. Dazu ein Spielsystem, dass einfach Spaß macht und jedem Mitspieler die Möglichkeit gibt, seine Gewinnchance einzuschätzen.

Wieso soll ein User sein Produkt bei yieeha einstellen und es nicht einfach bei eBay verkaufen?
Bei yieeha kann ein User ein eigenes Produkt (z. B. eine DVD) verlosen, um seine Gewinnchance bei anderen Spielen zu erhöhen. Jeder User bekommt alle Yodds (virtuelle yieeha Lose), die auf sein Produkt gesetzt werden. Je mehr Yodds man auf ein Spiel setzt, desto eher gewinnt man. Man kann also mit nur einem gesetzten Yodd z. B. eine Nintendo Wii gewinnen. Bei eBay bekomme ich meist nur den monetären Gegenwert. Bei yieeha kann ich eine DVD in eine Wii tauschen. Oder auch nicht, aber zocken wir nicht alle gerne mal?

Welchen Anreiz stellt eure Plattform für Unternehmen?
Das Beste was das Unternehmen zu bieten hat, nämlich das eigene Produkt, kann in einer emotionalen, userfreundlichen Umgebung präsentiert werden. Es kann innovative, noch unbekannte Produkte vorstellen und so positive Mund-zu-Mund-Propaganda anregen. Besonders interessant ist das für kleine bis mittelgroße Onlineshops. Aber auch für größere Shops wird es langsam spannend, bedenkt man, dass der Top- Wunsch Nintendo Wii schon auf über 400 User-Wunschlisten auftaucht.

Ihr habt mit den Yodds eine eigene Währung geschaffen. Habt ihr dafür einen Volkswirt beschäftigt, der sich den ganzen Tag um die Geldpolitik kümmert?
Du meinst die vom Webworkblogger Oliver so getaufte „Yieeconomy“? Momentan haben wir sie sehr gut unter Kontrolle, es sind genug Yodds im Umlauf und auch eine Inflation ist nicht absehbar.

Worauf basiert das Geschäftsmodell von yieeha?
Wir schalten in den Produktprofilen und Userspielen kostenpflichtige Werbung. Möchte ein Shop seinen Link dauerhaft auf einem Produktprofil platzieren, kann er diesen Platz buchen.

yieeha ist kein Copy-cat. Stolz drauf? :-)
Nein. Stolz bin ich auf mein Team und das bisher Erreichte. Mit sehr geringen finanziellen Mitteln haben wir ein Produkt auf den Markt gebracht, welches den Usern gefällt und sich mit „durchfinanzierten“ Web 2.0 Unternehmen messen kann.

Wie wird yieeha in einem Jahr aussehen?
Mehr User, mehr Spiele, mehr Live-Action.

Hast du schon mal bereut, dich selbständig gemacht zu haben?
Nein.

Wie siehst du die Internetszene im deutschsprachigen Raum im Jahr 2007?
Die große Frage wird sein, welche Web 2.0 Dienste aus dem kleinen Kreis der early adopters ausbrechen können und den Schritt in den Mainstream schaffen. Eine klar definierte Zielgruppe ist dafür ganz entscheidend. Social Networks werden die Wegbereiter sein. Das Online-Leben wird sich immer stärker in Communitys abspielen, klassische Portale immer mehr an Boden verlieren.

Das Umfeld ist momentan wirklich sehr positiv, viele Gründungen, Kapital, Risikobereitschaft und „Garagenflair“ tun der Szene gut. Persönlich würde ich mir noch etwas mehr eigene Innovationskraft wünschen, denn nur das kann langfristigen Erfolg bedeuten.

Neben yieeha wirst du wohl auch noch ein paar andere Seiten besuchen. Verrätst du uns, welche?
Klar, neben vielen anderen Blogs ist Exciting Commerce von Jochen Krisch mein Lieblingsblog. Ein sehr professionelles Blog zum Thema E-Commerce. Außerdem nutze ich weiterhin jeden Tag Xing, aber fast gar nicht mehr studiVZ. Ich bin ein großer Fan von A better tomorrow, dem coolsten Design und Streetwear Store Deutschlands. Ich twittere natürlich ordentlich mit und wenn ich Zeit finde, pokere ich gern mal ein Ründchen auf PokerStars.de und höre dazu Musik, die ich auf MySpace entdecke. YouTube und Flickr sind Standard.

Schlusssatz?
Du schreist schneller yieeha, als du denkst.

Danke Philipp! Ich wünsche euch viel Erfolg.
Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 15.05.2007.

2 Kommentare zu “Interview mit Philipp Schilling - yieeha!”

  1. Karl sagt:

    Hier kann ich ja lernen, wie man richtige Interviews macht. Und ein schmaler Screenshot über die ganze Artikelbreite. Tolle Idee. Muß ich mal klonen. :-)
    Grüße aus der Piefke-Hauptstadt.

  2. Blindjump » Blog Archiv » Was macht eigentlich … ? Yieeha ! sagt:

    [...] Der Yieeha! Gründer im Interview. Hier und hier [...]

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