Der gläserne Mensch im Web

29. August 2007

Die Suchmaschine Spock hat sich auf das Auffinden von Menschen spezialisiert. Sie zieht ihre Daten direkt aus Social-Networking-Seiten wie MySpace, Facebook oder Xing und natürlich aus dem restlichen Web.

Wer neugierig in Google recherchiert, konnte schon immer erstaunliche Dinge über seine Mitmenschen heraus finden. Mit Personen-Suchmaschinen wie spock.com wird es jetzt noch einfacher, mit wenigen Klicks alle Informationen zu finden, die über einen Menschen im Internet verfügbar sind. Das funktioniert aber nur deshalb, weil viele Menschen umfangreiche Informationen über sich selbst freiwillig ins Netz stellen. Als Suchergebnis gibt es dann eine Zusammenfassung mit Daten wie Alter, Wohnort und Arbeitsplatz. Allzu persönliche Daten wie Adresse oder Telefonnummer werden allerdings aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, ihre Profile zu bearbeiten bzw. löschen.

Die Personen-Suche ist kostenlos. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Werbung. Das Projekt, geleitet von dem Ingenieur Jay Bhatti, einem ehemaligen Produktmanager bei Microsoft, wird von den Risikokapitalgeber Clearstone Venture Partners und Opus Capital Ventures mit 8 Mio. $ unterstützt.

Für Datenschützer sind Personen-Suchmaschinen ein Alptraum. In einer Zeit, in der immer mehr Informationen über Privatpersonen im Netz herumschwirren, haben Werbetreibende, Stalker & Co. noch leichteres Spiel an Daten ran zu kommen als ohnehin schon.

Auf dem deutschen Markt wollen Steffen Rühl und sein Team mit der Website yasni.de einen ähnlichen Dienst launchen. Der offizielle Start für die Personen-Mitmach-Suchmaschine sei für den Frühherbst geplant.

5 Kommentare zu “Der gläserne Mensch im Web”

  1. Datenschutz, Internet und neue Suchen « Startupstarters sagt:

    [...] Datenschutz, Internet und neue Suchen Eigentlich wollte ich hier selbst etwas zu den neuen Suche Spock und yasni.de und den damit einhergehenden Fragen zu gläsener Mensch etc. schreiben. Aber in Stefans Blog als auch bei netzpolitik gibt es bereits Beiträge hierzu, so dass ich euch weitere Ausschweifungen von mir erstmal ersparen möchte. (Vielleicht schreibe ich dazu später nocheinmal etwas…) Nur soviel: Grundsätzlich ist die Idee hinter dem Service nicht schlecht und sie aggregieren nur sämtliche Daten die eine Person bereits ins Netz gestellt hat. Allerdings sollte man sich angesichts der immer größeren Durchdringbarkeit inzwischen sehr genau überlegen welche Infos man noch ins Netz stellt und wem man sie zugänglich machen möchte. Spannend wird insbesondere die Frage wie Gerichte mit zu erwartenden Verfahren umgehen werden. [...]

  2. yasni Blog » Blog Archive » yasni zwischen Angst und Hoffnung: Die Diskussion beginnt. sagt:

    [...] Puh - lesen, lesen, kommentieren. Vor nicht mal einer Woche haben wir die Büchse der Pandora aufgemacht und haben Alexander Hüsing von unserer neuen Personensuche erzählt. Viele andere Blogs und Nachrichtenticker haben es aufgegriffen: z.B. Internetszene.com, Wisskomm oder Lufee. [...]

  3. Steffen sagt:

    Nun ist in Deutschland die erste Perosnensuchmaschine yasni.de gestartet. Vorerst im closed betatest mit etwa 1000 Personen, die aber auch weitere Personen zum Test einladen können. Das Feedback ist aktuell sehr positiv - yasni verfolgt aber auch einen anderen Ansatz und hat eine andere Umsetzung als Spock.de - mehr dazu im Blog (blog.yasni.de) und insbesondere auch im Blog unseres betreuneden Datenschutzexperten Stephan Hansen-Oest (http://blog.say-ho.com/2007/10/16/yasni-die-deutsche-personensuchmaschine-ist-beta/).

  4. Argentina sagt:

    Mit wenigen Worten die Datenvorratsspeicherung ist nichts anderes als Spionage am eigenen Bürger. Da diese Vorratsspeicherung per Gesetz Und sicherlich ohne das wollen der Menschen in Kraft gesetzt wurde kommen wir einem Überwachungstaat sehr nahe.
    Einem Szenario, in dem ein Staat seine Bürger mit allen zur Verfügung stehenden und staatlich legalisierten Mitteln überwacht.

  5. internetszene.at » Archiv » 123people.com sucht nach Personen sagt:

    [...] Innerhalb von neun Monaten hat Geschäftsführer Stefan Kalteis mit seinem Team die Plattform hochgezogen. Hinter der Gesellschaft steht ebenfalls der Online-Unternehmer und Investor Markus Wagner mit seiner Beteiligungsfirma i5invest, der das Team sowohl finanziell als auch mit Know-How unterstützt. Das Team erwartet sich einen großen Zulauf, denn 30 Prozent aller Abfragen auf herkömmlichen Suchmaschinen betreffen Personennamen. Um die Gunst der User muss sich das Start-Up allerdings mit Konkurrenten wie spock.com, wink.com, yasni.de buhlen. Veröffentlicht von Thomas Gabriel Abgelegt unter Web2.0 [...]

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