Facebook gibt Fehler bei Beacon zu
6. December 2007
Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, hat in einem Eintrag im Facebook-Blog Fehler beim Start der Social-Ad-Plattform Beacon eingestanden. Einen Monat nach Einführung von Beacon können Facebook-Mitglieder nun den Dienst, der über ihre Einkäufe und andere Tätigkeiten bei Facebook-Werbepartnern im Facebook-Newsfeed informiert, im Profil deaktivieren.
Damit reagierte Zuckerberg mit Verspätung am Mittwoch auf die Kritik vieler Blogger und Newssites, mit dem Dienst Beacon die Privatsphäre von Nutzern zu verletzen. Mit klaren Worten stellt er im Facebook-Blog fest: “Wir haben beim Erstellen des Features viele Fehler gemacht, aber noch mehr falsch gemacht haben wir beim Umgang mit den Fehlern. Wir haben einfach schlechte Arbeit bei der Veröffentlichung von Beacon geleistet, und ich entschuldige mich dafür.”
Opt-out vs. Opt-in
Bereits vor einer Woche hatte Facebook das Werbe-System von Opt-out auf Opt-in umgestellt. Seitdem werden automatische Einträge von externen Webseiten nur dann im Newsfeed vom Nutzerprofil angezeigt, wenn der Anwender dies beim ersten Kontakt explizit bestätigt. Nicht eingegangen ist Zuckerberg bei seinem Eingeständnis auf neuerliche Anschuldigungen, Facebook sammle trotz Opt-Out weiterhin die Daten von Nutzern, wenn sie auf den Webseiten von den an Beacon teilnehmenden Unternehmen surfen.
Beacon ist ein seit Anfang November in Facebook implementierter Service, mit dem Unternehmen die Aktivitäten ihrer Kunden auf der Unternehmens-Webseite an Facebook übermitteln können. Im Zentrum steht dabei die Idee der “Social Ad”: Kauft ein Facebook-Nutzer beispielsweise bei Overstock.com einen Tisch oder mietet er sich bei Blockbuster einen Film, erscheint ein entsprechender Eintrag in seinem Facebook-News-Stream, und damit auch auf den Profilen seiner Freunde.
Vertrauen der Nutzer verspielt
In der Blogosphäre wird die Debatte um Datenschutz in Facebook auch nach Zuckerbergs Entschuldigung und den aktuellen Änderungen nicht abreißen. Zu groß ist der Vertrauensbruch, den Facebook sich geleistet hat. Jeder Webdienst muss sich an irgendeinem Punkt mit der Kritik um den Umgang mit sensiblen Nutzerdaten auseinandersetzen, spätestens wenn er anfängt, mit den Daten Geld zu verdienen. So haben sich schon Microsoft, Google, StudiVZ und viele andere das Vertrauen ihrer Nutzer verspielt.
Und der eine oder andere Websurfer sollte sich einmal die Frage stellen, wieso er zwar Microsoft, Google, Yahoo und StudiVZ als größte Feinde des Datenschutzes Datensammler im Internet verteufelt, im selben Atemzug aber in Facebook Reiseziele, Lieblingscocktails, IQ-Test-Ergebnisse und sämtliche Urlaub- und Partyfotos veröffentlicht.

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6. December 2007 um 4:13 am
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15. January 2008 um 6:48 pm
[...] Das deutsche Pendant hatte zuletzt mit der Änderung der Geschäftsbedingungen zugunsten von personalisierter Werbung für Aufruhe gesorgt, wobei die Akzeptanz unter den Nutzern letztenendes ausreichend zu sein scheint. Auch Facebook tat sich mit der Einführung seines personalisierten Werbesystems schwer. Anders als bei StudiVZ mussten Amerikaner deutliche Fehler eingestehen. Dennoch wächst das Social Network unaufhaltsam und soll in absehbarer Zeit auch in Deutschland stärker Fuss fassen. Technisch ist Facebook dem deutschen Copycat nicht zuletzt durch seine Entwicklerschnittstelle mittlerweile deutlich überlegen und auch finanziell scheinen die Amerikaner unschlagbar. [...]