Spiegel Online greift mal wieder nach der Web 2.0-Keule, um auf seine Wettbewerber einzuschlagen. Oder verstehe ich den Artikel “Mein digitaler Selbstmord” falsch als Boykottaufforderung an Community-Nutzer? Ich bin gespannt, wann der Spiegel selbst mit Leser-Reportern arbeitet – das Niveau der Springer-Presse scheint langsam in Griffweite zu liegen.

“Die echten Freunde”, “knuddeln”, “Rambazamba” – oh Gott, alles passé seit dem Web-Upgrade. Das Social Web ist asozial, so lerne ich nach aufmerksamer Lektüre.

*grübel* Aber geht die immer fortschreitende soziale Entfremdung in unserer Gesellschaft nicht bereits auf das Telefon zurück? Das war doch der Grund allen Übels: Seit Erfindung dieses Mistgeräts können unsere Freun…, äh virtuellen Gesprächspartner einfach so auflegen. Still und heimlich. Sogar die Zeit, die wir mit unseren wenigen verbliebenen echten Freunde im Real Life verbringen, wird immer mehr durch das Händi okkupiert.

Hm… ne, warte mal… *denk* Die Schrift war’s! Diese verdammte Alphabetisierung. Die hat uns doch schon zu Soziopathen gemacht, als es noch nicht mal Strom gab! Diese ganzen oberflächlichen Brieffreundschaften und so. Irgendwann kann man sich die Gesichter der Menschen doch gar nicht mehr vorstellen, mit denen man sich Briefe schreibt.

Zu Ende gedacht müsste der “digitale Selbstmord” ausgeweitet werden auf einen “kulturtechnischen Selbstmord”. Yeah, nur noch mit Freunden shoppen, saufen und f***en – was für ein Leben! *heul* Du verdammtes Web Zwonull verdammtes Alphabet, das hast du mir alles geklaut…

Ein Kommentar zu “Etwas Medienblogging für zwischendurch…”

  1. internetszene.com » Archiv » Was geht hier ab? sagt:

    [...] Entweder die Blogosphäre vermutet richtig, und das Studi/Stasi/Mein/WieauchimmerVZ freut sich diebisch darüber, endlich diese asoziale kiffende Saubande in die Pfanne zu hauen, die sich seine Nutzerschaft schimpft (wohl gemerkt: Kiffen ist in Deutschland meines Wissens nicht illegal, lediglich die Abgabe von Cannabis an weitere Personen und der Besitz größerer Mengen) – oder SpOn haut gerade mal wieder ganz gewaltig seinen Wettbewerber Holtzbrinck in die Pfanne und hat das Interview getürkt. Angeblich ist es davor ja schon mit einer anderen Überschrift erschienen, die auf Druck von StudiVZ geändert wurde. [...]

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