Was geht hier ab?

27. February 2008

So dumm kann StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke doch gar nicht sein, oder?

SPIEGEL ONLINE: Konkret: Zu Ihnen kommt ein Staatsanwalt mit 30 Fotos aus StudiVZ-Profilen, die Leute anscheinend beim Kiffen zeigen. Er verlangt Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren. Was machen Sie?

Riecke: Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.

Entweder die Blogosphäre vermutet richtig, und das Studi/Stasi/Mein/WieauchimmerVZ freut sich diebisch darüber, endlich diese asoziale kiffende Saubande in die Pfanne zu hauen, die sich seine Nutzerschaft schimpft (wohl gemerkt: Kiffen ist in Deutschland meines Wissens nicht illegal, lediglich die Abgabe von Cannabis an weitere Personen und der Besitz größerer Mengen) – oder SpOn haut gerade mal wieder ganz gewaltig seinen Wettbewerber Holtzbrinck in die Pfanne und hat das Interview getürkt. Angeblich ist es davor ja schon mit einer anderen Überschrift erschienen, die auf Druck von StudiVZ geändert wurde.

So oder so – ich bin sprachlos. Ich find’s einfach nur krass, egal wie rum ich das drehe. Aufklärung, bitte!

6 Kommentare zu “Was geht hier ab?”

  1. Basti Schwiecker sagt:

    Habe mich beim Lesen auch schon gefragt, ob das wirklich so gesagt wurde. Wenn ja, dann sollte man in Sachen Öffentlichkeitsarbeit vielleicht doch wieder auf Ehssan Dariani zurückgreifen. Denke zumindest sowas wäre dem nicht passiert…

  2. Hannes sagt:

    Sehr richtig, es ist erschütternd, mit welcher Selbstverständlichkeit dieses Vorgehen vom StudiVZ zugegeben wird.

  3. Daniel Peters sagt:

    Naja.. einfach nicht kiffen, würd ich sagen. Macht die Sache leichter, dass man dabei nicht fotografiert wird und damit im StudiVZ landet.

    Wo sind wir denn?

  4. Medienblog München » Blog Archiv » meinVZ schlüpft aus dem Ei! sagt:

    [...] Einen kleinen Knacks bekam die gute Launch-Laune bei studiVZ gestern (vermutlich) doch noch, und zwar durch dieses Interview auf SpiegelOnline. Dort lässt sich studiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke zu einer Aussage zum Thema Herausgabe von Nutzungsdaten bei polizeilichen Ermittlungen hinreißen, die er so wohl nicht gemeint hat, aber damit den studiVZ-Datenschutz-Skeptikern ein gefundenes Fressen liefert. Internetszene.com spricht von einem erneuten PR-Desaster. [...]

  5. Michael Ellensohn sagt:

    Nicht kiffen? Stimmt, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Das Einfach liegt so nah: Bloß nicht aufmucken. Wo sind wir denn?

  6. Stefan sagt:

    @Daniel: Dein Kommentar verfehlt doch etwas das Thema. Hier geht’s nicht ums Kiffen sondern um den Umgang mit Nutzerdaten. Wäre das selbe wenn Nutzerdaten von allen Mitgliedern der Gruppe “Ich habe eine Stiftung in Liechtenstein” mit großer Befriedigung rausgerückt werden.

Kommentar schreiben


Bitte gib das verzerrt angezeigte Wort ein
Anti-Spam Image