Angefangen hat alles mit einer Idee in der Koblenzer Uni-Mensa im August 2006. Mittlerweile zählt wer-kennt-wen.de zu den am stärksten wachsenden Social Networks in Deutschland. Die beiden Gründer Patrick Ohler und Fabian Jager sprechen im Interview über das Konzept, die Beteiligung von RTL und die Trends der nächsten Zeit.

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Hi Patrick und Fabian,
könnt ihr bitte das Konzept von wer-kennt-wen.de erläutern?

Bei wer-kennt-wen geht es darum, neue Kontakte zu knüpfen und alte Freunde im Internet wieder zu treffen. Kostenlos registrieren kann sich jeder, der von einem Mitglied eingeladen wird. Voraussetzung für die Gestaltung eines individuellen Nutzer-Profils sind das Alter (ab 14 Jahren) sowie die Angabe des realen Namens und einer aktiven E-Mail-Adresse. Jedem Mitglied stehen dieselben Funktionen kostenlos zur Verfügung: Nachrichten senden und empfangen, Fotoalben einrichten, chatten, in Blogs oder Foren schreiben.

Wie kam es zu der Idee? Wie lange habt ihr für die Umsetzung benötigt?
Die Idee hatten wir – damals noch als Studenten der Computervisualistik – in der Koblenzer Uni-Mensa im August 2006. Beim Warten an der Essensausgabe haben wir uns über die ständig wachsende Zahl an Online-Communities für bestimmte Zielgruppen unterhalten. So entstand die Idee eine kostenlose Plattform für alle zu schaffen, die mit einfachen und klaren Funktionalitäten für jeden nutzbar ist. Offiziell an den Start gegangen sind wir dann am 3. Oktober 2006.

Wer steckt hinter wer-kennt-wen.de? Wie viele Menschen sind für den reibungslosen Ablauf bei wer-kennt-wen.de verantwortlich?
Hinter wer-kennt-wen steckt ein junges und dynamisches Team – mittlerweile 24 Köpfe sorgen für den reibungslosen Ablauf: Sie kümmern sich um die ständig hinzukommenden Server, die Weiterentwicklung unserer Plattform, die Beantwortung unserer Nutzeranfragen und alles andere, was in unserem Startup so gerade anfällt.

Welche Zielgruppe soll mit dem Angebot angesprochen werden?
Wir haben nie eine bestimmte Zielgruppe für wer-kennt-wen definiert. Wir wollen offen für alle sein und mit wer-kennt-wen im Internet die Realität in ihrer Gesamtheit und mit ihren sozialen Verflechtungen und verschiedensten Themen des täglichen Lebens abbilden.

Ihr seid bislang ausschließlich auf dem deutschen Markt aktiv. Werden weitere Länder folgen?
Im Moment konzentrieren wir uns auf den deutschen Markt. Für die nahe Zukunft ist eine Übersetzung von wer-kennt-wen deshalb nicht geplant.

Auch andere Communities, wie zum Beispiel die Studivz (meinVZ), Lokalisten oder KWICK!, bewegen sich auf ähnlichem Terrain. Wodurch hebt sich wer-kennt-wen.de von dieser Konkurrenz ab?
Wer-kennt-wen ist für alle und orientiert sich vom Aufbau her nicht an amerikanischen Vorbildern. Wir versuchen keine bestimmte Zielgruppe wie Studenten, Stadtmenschen oder Party-People anzusprechen, sondern wollen offen für alle sein – und das mit den wesentlichen Features und einer einfachen Bedienbarkeit.

RTL interactive GmbH hat sich mit 49 Prozent an eurem Internet-Startup-beteiligt. Was erhofft ihr euch durch diese Partnerschaft?
RTL interactive bietet uns technisches und betriebswirtschaftliches Knowhow sowie die finanzielle Sicherheit, um weiter wachsen zu können. So können wir die Plattform stetig weiter entwickeln und weiterhin kostenlos für unsere Mitglieder anbieten.

Wer-kennt-wen hat 1,5 Millionen registrierte Nutzer und wurde deshalb von RTL mit ca. 10 Mio EUR bewertet. Könnt ihr diese Zahlen bestätigen?
Zu diesen Aussagen machen wir keine Angaben.

Wie wird wer-kennt-wen.de monetarisiert? Sind kostenpflichtige Bereiche geplant?
Wer-kennt-wen ist kostenlos und wird mit den jetzigen Funktionen auch immer kostenlos bleiben. Die langfristige Monetarisierung wird hauptsächlich über Werbung auf unserer Seite erfolgen.

Wo seht ihr wer-kennt-wen.de in 5 Jahren?
Wir hoffen, dass in 5 Jahren nahezu alle Menschen aus Deutschland mit Internet-Zugang in der wer-kennt-wen-Gemeinschaft vernetzt sind.

Ihr seid relativ junge Gründer. Was war die Motivation, euch in diesem Alter schon selbständig zu machen?
wkw_team Es war zu keinem Zeitpunkt eine bewusste Entscheidung. Wir haben wer-kennt-wen als ein Experiment gestartet, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut hat. Wir mussten entsprechend reagieren, um den Kommunikationshunger der wkw-Benutzer zu stillen. Der Weg in die vollständige Selbstständigkeit war somit ein längerer Prozess.

Worauf sollte man eurer Ansicht nach besonders beim Gründen achten?

Man sollte ein gutes Produkt haben, mit dem man die Menschen überzeugen kann und von dem man selbst überzeugt ist. In den Entwicklungsprozess sollte man so früh wie möglich die Benutzer mit einbeziehen und permanent aus ihren Anregungen lernen.

Wie seht ihr die Internetszene im deutschsprachigen Raum?
Zurzeit sehen wir, dass besonders im Kontext der Social Networks auf dem deutschen Markt sehr viel passiert. Es gibt in diesen Tagen jede Menge Neugründungen und auch internationale Player haben den deutschsprachigen Raum als interessanten Markt entdeckt. Langfristig entscheiden werden die Nutzer.

Momentan entwickelt sich das Web mit rasanter Geschwindigkeit. Was sind eurer Meinung nach die Mega-Trends der nächsten Zeit?

Es wird viel passieren, was den Immer- und Überall-Zugang zum Internet angeht. Die inzwischen bezahlbaren UMTS-Flatrates und immer besser werdenden Endgeräte werden das Internetverhalten der Benutzer in der Zukunft stärker beeinflussen.

Neben wer-kennt-wen.de werdet ihr wohl auch noch ein paar andere Seiten besuchen. Verratet ihr uns, welche?
Wer-kennt-wen ist auf jeden Fall die meistbesuchte Seite in unserer Firma, man findet uns aber auch mit offenen Augen in anderen Social Networks. Um uns auf dem Laufenden zu halten, lesen wir verschiedene Blogs der Internetszene, google und amazon sind auch oft dabei.

Euer Schlusssatz?
Wir sind sehr gespannt, was dieses Jahr noch an Entwicklungen und Herausforderungen bringt. Wahrscheinlich wird es eines der spannendsten Jahre überhaupt.

Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 11.03.2008.

Was 1999 als studentisches Freizeit-Projekt angefangen hat, ist mittlerweile zu einer der größten Community Deutschlands geworden. Jens Kammerer, der Geschäftsführer von KWICK!, spricht im Interview über die Entwicklung der Erlebnis-Community, das Geschäftsmodell und wie sich KWICK! von der Konkurrenz abheben will.

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Hi Jens,
was ist KWICK!?

KWICK! ist eine unabhängige und eigenständige online-basierte Erlebnis-Community mit bisherigem Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Die Mitglieder der KWICK! Community treffen jedoch nicht nur im virtuellen Raum aufeinander, sondern begegnen sich bei diversen Aktivitäten und Events, die von den Mitgliedern selbst oder von KWICK! organisiert werden, auch im realen Leben.

Was steckt hinter dem Konzept?
Das Besondere an KWICK! ist, dass aufgrund der Entstehungsgeschichte die Community auch einen Event-Charakter beibehalten hat. Schließlich war das Online-Projekt zunächst ein Internet-Magazin zur Organisation von Events, aus dem sich die kommunikative Komponente erst mit der Zeit herausgebildet hat. Diese Kombination ist bislang einzigartig und ermöglicht sowohl virtuellen als auch persönlichen Kontakt. Gerade die Verbindung der realen und virtuellen Welt ist das Einzigartige an der KWICK! Community.

Woher kommt der Name KWICK!?

An dem Beispiel der Namengebung wird deutlich, wie groß der Einfluss der Medien manchmal sein kann. Als die Website 1999 gegründet wurde, war ich ein großer Fan der US-amerikanischen TV-Serie “The Simpsons“, in der ein Supermarkt Namens “Kwik- E-Mart“ vorkommt. Daraus entstand die Idee, das neue Internetangebot auf den Namen KWICK! zu taufen.

Welche Zielgruppen sollen mit dem Angebot angesprochen werden?
Unser Angebot richtet sich vor allem an junge und jung gebliebene Menschen. Wie auch in den USA sind es überwiegend Jugendliche, die sich in Online-Netzwerken engagieren. So sind 55 Prozent der amerikanischen Jugendlichen in mindestens einer Community registriert. Diesen Wert kann KWICK! toppen. In Baden-Württemberg haben 63 Prozent der Jugendlichen ein Profil bei KWICK!. Jeder Onlinenutzer ab 14 Jahren kann an der KWICK! Community teilhaben. Und das Beste: Das Angebot von KWICK! ist kostenlos.

Wie viele Mitarbeiter hat KWICK!?
Aktuell hat KWICK!, das ursprünglich ja als studentisches Projekt gestartet ist, 33 Mitarbeiter und weit über 200 engagierte freiwillige Helfer für den Online- und 600 für den Offline-Bereich. Dazu kommen die regionalen Büros in Berlin, Hamburg und München.

Bisher ist KWICK! regional auf Baden-Württemberg und Umgebung orientiert. Mit über 1.100.000 registrierten Nutzern gehört KWICK! trotzdem zu den meist frequentierten Seiten in Deutschland. Welche Strategie verfolgt ihr, um das Konzept deutschlandweit durchzusetzen?
Aus der bereits bestehenden Community und der außerordentlichen Aktivität unserer Mitglieder sowie dem Interesse der Jugendlichen in Baden-Württemberg an unserer Community schließen wir, dass in Deutschland eine große Nachfrage nach dieser Art von Netzwerken besteht, der wir nun bundesweit nachkommen möchten. Wichtig ist, dass für die Nutzer in den Ballungsgebieten ein starker regionaler Bezug vorhanden ist, damit sich die Community ausbauen kann. Dadurch werden die Voraussetzungen gegeben, dass sich die Mitglieder nicht nur Online treffen können, was ja ein zentraler Aspekt von KWICK! ist.

Auch andere Communities, wie zum Beispiel die Lokalisten, StudiVZ oder MySpace, bewegen sich auf ähnlichem Terrain. Wodurch hebt sich KWICK! von dieser Konkurrenz ab?
Gerade der regionale Bezug wird auch bei der deutschlandweiten Umsetzung von KWICK! eine bedeutende Rolle spielen. Dadurch, dass den Nutzern in Zukunft auch in den Großraum-Gebieten München, Hamburg und Berlin ähnliche Bezugspunkte geboten werden, wird eine mögliche Anonymisierung verhindert. Dazu kommt die bereits angesprochene Verbindung zwischen Internet und realem Leben. Unsere Mitglieder treffen sich eben nicht nur auf KWICK!, sondern Sie nutzen KWICK! als Kommunikationsweg, um sich zu verabreden. Sie können mit KWICK! etwas erleben. Zusätzlich veranstalten wir jährlich über 200 Events, bei denen uns die Mitglieder tatkräftig unterstützen – dazu kommen noch ungefähr genauso viele Events, welche die Mitglieder selber für andere Mitglieder veranstalten. KWICK! Mitglieder stehen mitten im Leben.

Eine Besonderheit von KWICK! ist, dass sehr viele Nutzer sich freiwillig und unentgeltlich für die Community einsetzten, zum Beispiel bei Promotion-Aktivitäten. Wie erklärt ihr euch dieses Phänomen?
Auch hier spielt die regionale Verankerung sowie die Historie aber auch die Kultur der Community sicherlich eine wichtige Rolle. Die Mitglieder erleben immer wieder an der eigenen Person, dass sie zunächst online bestehende Kontakte und Ideen auch in ihrem real bestehenden sozialen Umfeld erleben können. So entsteht eine besondere Form von Wir-Gefühl, das bei reinen Internet Communities auf der Strecke bleibt. Auch die Tatsache, dass über KWICK! mittlerweile Nutzer Inhalte für andere Nutzer erstellen, ist wahrscheinlich dieser besonderen Form des Zusammenhalts zuzuschreiben. Im Übrigen helfen uns unsere Volunteers nicht nur bei Events, sondern auch bei der Pflege und Realisierung unseres Online-Auftrittes. Wir haben nicht nur User generated Content, wir sind auch ’User managed’.

KWICK! war zu Beginn des Online-Auftrittes 1999 sehr eventorientiert. Wie kam es dazu, dass heute der Bereich der Online Community so stark ausgebaut ist?
Das stimmt, zu den Anfangszeiten von KWICK! lag der Schwerpunkt der Aktivitäten auf Veranstaltungstipps, Kontaktanzeigen und anderen redaktionellen Inhalten. Die Weiterentwicklung bis zur heutigen Community fällt zeitlich mit dem Einstieg von Benjamin Roth, der heute Leiter von Technik und Entwicklung ist, zusammen. Anfang 2001 ging die Community dann online und der große Zuspruch führte dazu, dass sich das Segment immer weiter vergrößerte. Natürlich versuchen wir dabei auch beständig mit neuen Möglichkeiten und Features für die User einen größtmöglichen Anreiz zu bieten.

Bisher zeichnet sich die KWICK! Community dadurch aus, dass die User nicht nur online kommunizieren, sondern auch Offline-Aktivitäten planen. Befürchtest du nicht, dass diese Besonderheit bei einer deutschlandweiten Ausbreitung auf der Strecke bleiben könnte?
Natürlich haben wir uns diese Frage auch gestellt. Allerdings sind wir uns sicher, dass das Konzept der regionalen Verankerung, die in den neuen Ballungszentren aufgebaut werden soll, ebenso wie in Baden-Württemberg Erfolg haben wird. Durch die Ausdehnung auf weite Räume Deutschlands bieten wir den Nutzern somit nur noch mehr Möglichkeiten, neben Online- Aktivitäten auch real in Kontakt zu treten.

Ein charakteristisches Merkmal von KWICK! sind die sogenannten Clans, die von den Mitgliedern selbst gegründet werden können. Wie stellt ihr sicher, dass diese Foren nicht zur Verbreitung von verfassungswidrigen Inhalten missbraucht werden?
Inzwischen haben wir auf KWICK! über 6.500 verschiedene Clans und es werden täglich zum Teil 15.000 Forumseinträge gepostet und Millionen von Messages verschickt. Diese enorme Anzahl an Daten könnten wir alleine natürlich nicht ständig im Blick behalten - hier sind wir auf unsere vielen Volunteers aber auch Mitglieder angewiesen, die uns nicht nur bei Events, sondern auch bei der Pflege und Administration unseres Online-Auftrittes unterstützen. Dadurch können wir zu einem bestimmten Grad sicherstellen, dass solche Inhalte nicht verbreitet werden. Wir nennen das eine Art „Selbstreinigungsprozess“. Wie erfolgreich dies funktioniert, zeigt sich auch daran, dass KWICK! einen der wenigen vom Jugendschutznetz empfohlenen Chats hat.

Wie wird KWICK! finanziert? Sind in Zukunft kostenpflichtige Bereiche geplant?
KWICK! ist eine unabhängige und eigenständige Community, das bedeutet, dass hinter uns kein anderes Unternehmen oder Sponsoren stehen. Wir finanzieren uns rein durch Werbung, vor allem Onlinewerbung, und Veranstaltungen. Natürlich tragen auch unsere über 200 freiwilligen Mitarbeiter dazu bei, dass unser Angebot weiterhin kostenfrei bleiben kann.

Mit welchen Features wollt ihr eure Mitglieder auch in Zukunft an KWICK! binden?
Natürlich möchten wir, dass sich unsere Mitglieder bei uns wohl fühlen. In diesem Sinne werden auch immer wieder neue Features entwickelt, die zum Beispiel die Kontaktaufnahme und die Kommunikation erleichtern oder einfach die Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Dies haben wir zum Beispiel mit KWICK 2.0, dem Relaunch unseres Onlineauftrittes am 5. Mai 2007, realisiert. Äußerst wichtig waren uns bei der Neugestaltung das Feedback und die Ideen unserer Mitglieder. Wünsche, die realisierbar sind, werden auch umgesetzt, konstruktive Kritik stößt bei uns immer auf offene Ohren. Wir werden solange an der Seite arbeiten, bis jeder damit zufrieden ist.

Wo siehst du KWICK! in 5 Jahren?
Wir sind mit unserem Web-Angebot nun zwar schon rund acht Jahre online, aber fünf Jahre sind in unserer schnelllebigen Branche ein sehr langer Zeitraum. Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal auf die bundesweite Ausweitung von KWICK!. Was danach kommt? Wer weiß…

Danke Jens für das Interview! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 21.12.2007.

Mit dem Konzept “Müsli individuell online mixen” haben 3 Studenten aus Passau ein erfolgreiches Startup aufgebaut. Wie die Idee von mymuesli entstanden ist, ob die Teilnahme an Businessplan- Wettbewerben sinnvoll ist und welche weiteren Erfahrungen die Jungunternehmer seit der Gründung gemacht haben, erzählt Hubertus Bessau im Interview.

Hi Hubertus,
wenn du dich bitte kurz vorstellst:

Ich bin einer der drei Jungs von mymuesli, man könnte also sagen, ein “Cereal Entrepreneur”. Seit unserem Launch vor ca. 6 Monaten bin ich u.a. für Marketing und IT verantwortlich.

Kannst du bitte das Konzept von mymuesli kurz erläutern?

mymuesli liefert jedem sein ganz persönliches Lieblingsmüsli direkt nach Hause oder ins Büro - zusammengestellt aus über 70 Bio-Zutaten.

Wer steckt hinter mymuesli?
Max, Phil und Hubs. Drei Freunde, die zusammen in Passau studiert haben.

Wie kam es zu der Idee? Wie lange habt ihr für die Umsetzung benötigt?
Es ist schon etwas länger her (so ungefähr 3 Jahre) da hat uns eine Radiowerbung für Müsli so genervt, dass wir beschlossen die besser zu machen. Naja, aber zu einer guten Werbung gehört eben auch ein gutes Müsli… was anfangs wie ein Scherz klang (auch für uns), wurde über die Monate immer konkreter. Irgendwann haben wir uns gesagt, dass wir das jetzt durchziehen müssen. Wir wollten unbedingt wissen, ob es funktioniert, oder wir die einzigen sind, die ihr absolutes Lieblingsmüsli nicht im Supermarkt finden können. Mittlerweile konnten wir diese Frage beantworten. Die Radiowerbung steht allerdings noch aus :-)

Welche Zielgruppe und Zielmärkte sprecht ihr an?
Eigentlich alle, die erkannt haben, dass ein gutes Müsli die beste Wahl für die wichtigste Mahlzeit am Tag ist. Den anderen müssen wir das noch erklären. Das ist gar nicht so einfach, wo viele Müslihersteller ihre Produkte als gesund bewerben, obwohl sie extrem viel Zucker und Fett enthalten. Gerade viele Crunchy-Müslis enthalten so viel gesättigte Fettsäuren, dass ein Nutella-Toast morgens doch gesünder wäre.

Ihr habt in fünf Monaten einen Umsatz von rund 125.000 Euro erzielt. Entspricht dies euren Erwartungen?
Wir haben keinen Business Plan geschrieben. Dem entsprechend hatten wir auch wenig Erwartungen. Uns hat interessiert, ob es funktioniert. Nicht gerechnet hätten wir mit dem immensen Blog- und Medien-Echo. (Und damit, dass es uns bereits nach wenigen Tagen fulltime ausgelastet hat.)

mymuesli gehört zu den Gewinnern von enable2start, der Gründerinitiative von der Financial Times Deutschland. Herzliche Gratulation! Ihr habt damit nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch noch 50.000 Euro mit nach Hause nehmen können. Könnt ihr anderenStartups empfehlen, an Businessplan-Wettbewerben teilzunehmen?

Ja, aber viel wichtiger als das Geld sind die Kontakte, die man dort knüpft. Wenn einem der Bionade-Geschäftsführer seine Visitenkarte mit den Worten, “Klar machen wir was zusammen!” in die Hand drückt, ist das nicht nur ein super Gefühl, sondern könnte auch die eigene Idee weiter voran bringen.

Seit kurzem gehören Lukasz Gadwoski und Kolja Hebenstreit zum mymuesli-Team. Was erhofft ihr euch dadurch? Wollt ihr weitere Investoren ins Boot holen?
Bei Lukasz und Kolja ging es weniger um das Investment, als um deren Erfahrung, die mymuesli weiter helfen sollte (und auch tut). Wir haben einige gute Business Angels getroffen, die Wahl fiel schwer. Ausschlaggebend war dann aber, dass Spreadshirt eigentlich genau das gleiche macht wie wir. Nur halt mit T-shirts statt mit Müsli.
Wenn wir in andere Märkte expandieren wollen, sind wir sicherlich auf externes Kapital angewiesen…

Wie sieht eure Wachstumsstrategie aus? Welche Ziele habt ihr euch für’s erste Jahr gesetzt?
Im Wesentlichen wollen wir besser (und schneller) werden und möglichst vielen Leuten ihr Lieblingsmüsli mixen - auch außerhalb Deutschlands.

Ihr seid relativ junge Gründer. Was war die Motivation, euch in diesem Alter schon selbständig zu machen?
Genau das. Unser Alter. Wann hat man im Leben später die Chance, sich voll auf eine Idee zu konzentrieren, wenn nicht während und kurz nach dem Studium? Keine Familie, die man unterhalten muss, kaum Verpflichtungen, niedrige Lebenshaltungskosten.

Verrätst du uns deine größte Fehlentscheidung seit der Gründung und auf welche getroffene Entscheidung bist du besonders stolz?
Puh. Der größte Fehler war sicherlich, die Website selbst zu programmieren - weil ich eben nicht Informatik studiert habe, sondern BWL. Das hat mich 6 Monate gekostet, die ich hätte besser nutzen sollen. Außerdem ist die Seite jetzt schlecht erweiterbar, verträgt viel Traffic nicht so gut und muss komplett neu programmiert werden.
Stolz? Vielleicht darauf, dass wir mit mymuesli eine Idee wirklich umgesetzt haben. Es gibt sehr viele Ideen, auch gute, aber es fehlt an Leuten, die bereit sind und das Risiko eingehen, unternehmerisch tätig zu werden.

Worauf sollte man deiner Ansicht nach besonders beim Gründen achten?
Auf die Wahl der richtigen Partner. Damit steht und fällt so einiges. Also wählt man nur die besten oder lässt es gleich. Neben meinen beiden Mitgründern, Philipp und Max, sind das bei mymuesli aktuell DHL und seit neuestem die Andechser Molkerei.

Wie siehst du die Internetszene im deutschsprachigen Raum?
Sehr positiv. Es tut sich einiges. Es gibt viele gute Ideen und interessante Gesprächspartner. In der Zeit nach dem dotcom-crash war es viel zu ruhig geworden. Alle werkelten abgeschottet vor sich hin, keiner traute sich zu sagen, “ich bin ein Gründer”. Das ist 2007 ganz anders und ich hoffe, der nächste Crash lässt noch länger auf sich warten.

Neben mymuesli wirst du wohl auch noch ein paar andere Seiten besuchen. Verrätst du uns, welche?
Neben diversen Blogs (demnächst auf unserer Blogroll - wir kommen einfach nie dazu, die mal einzurichten; echt peinlich) und news-Portalen bleibt gerade nicht viel Zeit für entspanntes Surfen. Meistens lande ich dann auf Seiten und befreundeten Startups, aktuell z.B. meinverein.de, netmoms.de, amiando.de, mycluster.tv etc., ist immer interessant, deren Entwicklung zu beobachten und sich abzustimmen.

Dein Schlusssatz?
Dieses Jahr wird Weihnachten gesund! ;-)

Vielen Dank!
Dir auch und beste Grüße, Hubertus!

Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 05.11.2007.

Seit August bietet die deutsche Plattform justaloud Musikern die Möglichkeit, kostenlos und unkompliziert ihre Musik zu verkaufen. Den Preis der Songs bestimmt die Community. Im Interview sprechen die Gründer Feliks Eyser, Marc Boeker und Christopher Beuchert über das Konzept, die rechtlichen Aspekte bei der Gründung, “Unternehmer sein im Unternehmen” und natürlich über ihre Ziele.

Könnt ihr bitte das Konzept von justaloud erläutern?
Feliks: Kurz zusammengefasst: justaloud.com ist eine Musikplattform für unabhängige Künstler und Musikinteressierte. Musiker können bei justaloud.com einen eigenen Shop einrichten und ihre Musik in digitaler Form verkaufen. Außerdem können Künstler sich einer großen Community von potenziellen Fans vorstellen und bei der Verbreitung ihrer Musik von Empfehlungen innerhalb des Netzwerks profitieren.
Auf der anderen Seite haben Musikinteressierte die Möglichkeit neue und unabhängige Musik zu entdecken, Lieder kostenlos vorzuhören und schließlich zu fairen Preisen zu kaufen. Denn bei justaloud.com entscheidet die Community über den Preis der Musik: Ein Song startet immer bei 0 Cent. Je öfter er gekauft wird, desto höher steigt der Preis des Stückes, bis maximal 99c. Wir erhoffen uns dabei, die Verbreitung der Musik innerhalb des Netzwerkes zu fördern und auf lange Sicht für jeden Song einen fairen Preis finden zu können.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Feliks: Die Idee zu der Plattform hatten wir Anfang 2007. Marc und ich haben uns kennengelernt, weil wir beide der Firma studiVZ geholfen hatten, als sie Ende 2007 große Probleme mit Sicherheitslücken hatte. Kurz später ist Chris, unser dritter Mann, dazu gestoßen.

Euer “Baby” ist erst ein paar Tage alt. Wie läuft es denn?
Marc: Kaum hat es laufen gelernt fängt es schon an auf sich aufmerksam zu machen, indem es Wände bemalt, Tischdecken herunterzieht und Andere zum Mitmachen animiert. Und unerfolgreich ist es mit dem Verhalten absolut nicht. Es gibt sogar Leute, die das gut finden und es bereits jetzt finanziell unterstützen.
Feliks: Also mit dem Launch ist alles gut gelaufen und wir sind auch zufrieden mit der Resonanz der Presse.

Welchen Anreiz stellt eure Plattform für Musiker & Fans? Wie würdet ihr eure Zielgruppe definieren?
Chris: Für Musiker ist die Plattform sicherlich wegen der guten Konditionen, es gehen nämlich 85 % vom Gewinn an den Künstler, und wegen der Promotion- und Kontaktmöglichkeiten interessant. Aus Sicht der Künstler ist Justaloud ein interaktiver Musikmarktplatz, der auf Grund seiner Vernetzung die Verbreitung seiner Musik beschleunigt. In diese Richtung wird auch noch einiges an Features kommen. Ein weiterer Hebel für die schnelle Verbreitung ist das Preissystem, das versucht zwar fair gegenüber dem Künstler zu sein, gleichzeitig aber die Verbreitung fördert und nicht dämpft, wie das ein starrer Preis machen würde. Das sehen unsere Künstler natürlich auch.
Für den Hörer stellt Justaloud die Möglichkeit dar, unmittelbar in Kontakt mit seinem Lieblingsmusiker zu kommen und so aktiv teilzunehmen. Außerdem ist der Austausch mit anderen Fans möglich. Wichtig für den Hörer ist aber vor allem, dass Justaloud eine Fundgrube für den individuellen Musikgeschmack darstellt und die Community sich selbst hilft, gute Musik zu entdecken. Wir werden das in Zukunft auch mit automatisierten Vorschlägen verknüpfen.

Ihr habt ein eigenes Community Pricing Modell entwickelt. Wie kommen die Preise zustande? Was erwartet ihr euch von dem dynamischen Preis-Modell?
Chris: Das Preismodell, so wie es im Moment ist, besteht aus den Daten und Erfahrungen, die wir bisher mit Justaloud sammeln konnten. Dass es vielleicht noch zu Anpassungen kommen kann, schließen wir mal nicht aus, es wäre aber auch nicht schlimm, weil das dann einfach Verbesserungen wären. Das Ziel des Community Pricing Modells ist es, Musik innerhalb der Community schnell zu verbreiten. Normalerweise verbreiten sich Informationen in so einer Community viral: Ich finde ein tolles Lied und empfehle das an meine Freunde, von denen ich weiß, dass sie darauf stehen. Gefällt es meinen Freunden, werden sie das auch weitererzählen oder an geeigneter Stelle auf Justaloud anmerken. Ein zu hoher Preis am Anfang dämpft die schnelle Verbreitung innerhalb der Community, oder killt sie sogar ganz. Deshalb startet jeder Song kostenlos und sein Preis passt sich dann an den Grad der Verbreitung an. Außerdem hat so auch der Hörer ein Mittel zur Hand, gute von besserer Musik zu unterscheiden, da sich im Preis auch die Beliebtheit des neuen Songs wiederspiegelt. Für Musik die mir nicht gefällt, gebe ich einfach kein Geld aus.

Wie ist der Name justaloud entstanden?
Marc: Heutzutage kann man froh sein, wenn man eine Buchstabenkombination findet, die kürzer als 10 Zeichen und noch nicht weggeschnappt ist. Manchmal könnte man meinen, es gibt Leute die ihre Katze über die Tastatur laufen lassen und die dadurch entstandenen Domains registrieren lassen. Wir wollten einen Namen der zeitlos, nicht zu webzweinullig und vor allem das beschreibt was wir denken. Endlich mal Dampf machen und den Großen Plattenfirmen zeigen, dass es auch eine Alternative zu ihrer starren Vermarktungsstrategie gibt und “aloud” bietet sich dort perfekt an.
Feliks: Irgendwie auch ein Wortspiel zu Just Allowed. Glaub ich zumindest.
Chris: Auf jeden Fall hat es in meiner Erinnerung eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis wir den Namen hatten…

Wie viele Menschen sind für den reibungslosen Ablauf bei justaloud
verantwortlich?

Feliks: Wir sind 3 Gründer, mittlerweile arbeiten 5 Leute Fulltime an justaloud.
Marc: Unterstützt bei unserem Projekt haben uns vor allem das Edelight-Team: Peter Ambrozy, Steffen Belitz und Tassilo Bestler. Auch Carsten Ulbricht von Rechtzweinull und Olli von der Spielerkabine.net haben uns tatkräftigt unterstützt. Kontraproduktiv waren für uns dabei die Formular- und Verwaltungsvorliebe der deutschen Behörden.
Chris: Und natürlich gibt’s noch sehr viele freiwillige Helfer aus unserer Community die uns besonders bei der Entwicklung der Seite durch intensives Testen unterstützt haben. Nicht zu vergessen sind auch die Leute um die es bei justaloud eigentlich geht: Die Künstler, die unser Modell schon so schnell aufgenommen haben und in der Alpha schon Musik eingestellt haben. Wir bekommen jeden Tag Mails mit Zusprüchen von Usern und Künstlern. Das motiviert uns stark.

Ihr seid bislang ausschließlich auf dem deutschen Markt aktiv. Werden
weitere Länder folgen?

Marc: Ich denke der deutsche Markt ist neben den USA ein guter Indikator ob ein Projekt erfolgreich sein kann oder nicht. Wir möchten erstmal testen, ob die Deutschen uns mögen und dann gehen wir gerne ein bisschen auf Europatour. Frankreich würde sich anbieten, da dort sehr viel Wert auf nationale Musik gelegt wird und somit die großen Labels nicht so mächtig sind. Wir denken in Frankreich steckt viel Potential im Bezug auf Direktvermarktung von Musik.
Chris: Ach, ich hab schon ein paar Schweitzer und Österreicher auf Justaloud gesehen :-) Justaloud ist ja ein Social Network und die Erfahrungen anderer Netzwerke zeigen, dass man eine Internationalisierung gut planen muss. Was hier gut läuft, kann ein paar Kilometer weiter ein Flop werden. Deswegen werden wir uns dann damit sehr genau mit beschäftigen.

Justaloud lehnt sich stark an Amie Street an. Ist das euer Vorbild oder inwiefern unterscheidet ihr euch vom US-Startup?
Feliks: Amie Street ist für Künstler toll, die ihre Musik „nur“ verkaufen wollen. Wir wollen von Anfang an mehr bieten. Zum einen mehr Funktionalitäten für die Community und die Vernetzung der Mitglieder, zum anderen auch aktive Promo-Maßnahmen um Künstler zu unterstützen, wie beispielsweise unseren eigenen Internet-TV Sender KARACHOO TV.

In eurem Blog heißt ein Beitrag “GEMA: Geliebt, gehasst, bei Justaloud kein Problem”. Wie liefen die Verhandlungen mit der GEMA?
Chris: Alles in allem sind wir ganz zufrieden. Im Zusammenhang mit unseren Verhandlungen mit der GEMA war das schwerste, dass es überhaupt mal zu Verhandlungen gekommen ist. Bis man da an einem Tisch sitzt, gehen gut und gerne ein paar Wochen vorbei. Die GEMA besaß dann aber fertige Verträge für Music on Demand Dienste. Wir haben eigentlich nur über Details geredet, sodass wir die Verträge fast genauso unterschrieben haben. Für uns ist der Deal ein erster Schritt und wir werden die GEMA mit Sicherheit auch in Zukunft auf Trab halten, denn es gibt schon noch ein paar Dinge, die wir gerne anders hätten. Nun ist die GEMA aber ein großer Laden und da braucht es einfach etwas Zeit, bis Neuerungen durchgesetzt sind. Dass beispielsweise die Vergütungssätze deutlich zu hoch sind, ist dort ja auch schon fast angekommen.

Stellten rechtliche Aspekte bei der Gründung von justaloud keine großen Hürden dar?
Was die rechtliche Grundlage von Justaloud betrifft: Bei uns passiert nichts Illegales. Alle Songs die angeboten werden, sind von den Rechteinhabern eingestellt. Zwar sagt die Rechtssprechung, dass der Plattformbetreiber für seinen Inhalt geradestehen muss, aber wir sehen da kein großes Risiko, da wir relativ schnell merken würden, wenn jemand gegen die Regeln verstoßen würde.

Justaloud ist ein Projekt der Edelight GmbH. Ihr seid dort angestellt und sozusagen “Unternehmer im Unternehmen”. Wie darf man sich das vorstellen bzw. wie funktioniert das?
Feliks: Edelight stellt uns einen guten Rahmen bereit, in dem wir unser Projekt aufbauen können. Die Kooperation kam gegen Anfang des Jahres zustande, in Kontakt sind wir gekommen durch den edelight Gründerblog und durch unseren Anwalt, Carsten Ulbricht. Um unsere akademische Ausbildung nicht komplett über den Haufen zu schmeißen hat edelight uns angeboten unsere BA-Studiums-Verträge zu übernehmen, deswegen sind wir offiziell bei edelight angestellt und sehen sporadisch sogar noch eine Uni von innen. Aber justaloud hat Priorität!

Ihr seid relativ junge Gründer. Was war die Motivation, euch in diesem
Alter schon selbständig zu machen?

Marc: Die Hürden die ein “Offline”-Gründer hat, sind im Web deutlich kleiner, da wir Vieles selber kompensieren konnten. Ausgaben für Forschung und Entwicklung, teure Maschinen oder Material haben wir nicht. Mit einfachen Mitteln, der hoffentlich richtigen Idee und einer riesen Portion an Motivation und Optimismus haben auch junge Gründer eine gute Chance. Wenn wir vor einem Problem stehen, haben wir durch edelight einen kompetenten Startup-Ziehvater, der uns mit Tipps und Erfahrung zur Seite steht.
Feliks Für meinen Teil muss ich sagen, dass ich während meiner Schulzeit schon meine erste Firma gegründet hatte (EDV Dienstleistungen für kleine Firmen) und auch davor schon bei einigen Projekten unternehmerisch tätig war. Allerdings ist dieses Projekt jetzt ein paar Nummern größer, als die Sachen davor, gerade das hat mich daran gereizt. Man muss sich ja ständig entwickeln :-)
Chris: Ähnlich bei mir, ich habe früher immer wieder Projekte gestartet. Als Feliks mir von Justaloud erzählt hat, hat es mich gepackt und dann lässt es einen nicht mehr los, bis man es macht.

Welche Websites im deutschsprachigen Raum findet ihr besonders
interessant und warum?

Marc: Gerne lese ich morgens Golem.de und Netzeitung.de, während ich mymuesli.com frühstücke und last.fm höre. In der Vorlesung halte ich mich mit xing.com wach und verbrenne meine Kalorien in der spielerkabine.net. Mein Google Calendar SMS Reminder meldet mir, dass Feliks in einer Woche Geburtstag hat und ich dringend bei unserem Ziehvater edelight.de ein Geschenk suchen sollte, sonst zieht mir Feliks den Stecker und ich muss den Rest meines Lebens offline verbringen.
Feliks: Ich hab gar nicht Geburtstag! Aber worauf ich mittlerweile nicht mehr verzichten kann sind GMail und Netvibes.
Chris: Bei mir ist das Google News und einige Blogs, außerdem hat mir edelight schon ein paar mal aus der Patsche geholfen.

Welche Ziele habt ihr euch für’s erste Jahr gesetzt?
Chris: Schnell wachsen und gute Musik auf Justaloud holen. Ich glaube Justaloud kann innerhalb eines Jahres zu einem bedeutenden Platz für die Verbreitung und das Kennenlernen neuer Musik und für die Kommunikation rund um das Thema Musik werden. Außerdem haben wir noch einige Schlüsselfunktionen auf der Liste, die wir integrieren möchten. :-)

Danke Feliks, Chris & Marc! Ich wünsche euch viel Erfolg.
Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 07.09.2007.

Gleb Tritus, Mitgründer von Townster, spricht im Interview über die Idee, eine „Social Local Search“-Plattform zu schaffen. Weiters geht er auf die Gründungsphase, das Unternehmertum und die Pläne für die Zukunft näher ein.

Hi Gleb, wenn du dich bitte kurz vorstellst:
Ich bin einer der drei Gründer und Geschäftsführer von Townster. Vorher war ich u.a. fünf Jahre lang Stellvertrettender Chefredakteur bei der Krawall Gaming Network GmbH. Bevor ich Ende 2006 Townster angegangen bin, habe ich als Geschäftsführer der Affaires Media GmbH im Performance Marketing gearbeitet. Bei uns verantworte ich die „Content Unit“, also alles, was mit Inhalten zu tun hat (Pressearbeit, Community Management etc.).

Kannst du bitte das Konzept von Townster erläutern?
Townster ist eine Verbindung aus einem Social Network und einer lokalen Suche. Die Nutzer connecten sich bei uns über gemeinsame Locations, nicht nur wie üblich über gemeinsame Freundeskontakte. Der Clou: In dem die Nutzer ihre Lieblingslocations (z.B. Bar, Universität etc.) auf Townster eintragen und sich mit ihnen verbinden, können wir die Orte umfangreich klassifizieren (z.B. hinsichtlich Altersschnitt, Geschlechterverteilung, regionaler Einzugskreis etc.). Dies ermöglicht uns deutlich genauere und vor allem individuellere Ergebnisse in der lokalen Suche, als es bei klassischen Suchmaschinen der Fall ist. Die Vision ist, Townster auf diese Weise zu dem Suchschlitz für lokale Informationen auszubauen.

Wer steckt hinter Townster?
Ich habe Townster mit meinen langjährigen Freunden und Kollegen Thomas Mindnich und Thorsten Borsch gegründet. Thorsten verantwortet bei uns das Business Development, während sich Thomas um die Produktentwicklung kümmert. Der berufliche Background der beiden liegt ebenfalls im Performance Marketing.

Wie kam es zu der Idee? Wie lange habt ihr für die Umsetzung benötigt? Welche Stolpersteine musstet ihr von der ersten Idee bis zum eigentlichen Launch des Portals aus dem Weg räumen?
Die Initialzündung geht auf eine kuriose Begebenheit zurück: Als ich meinen Geschäftsführer-Kollegen Thorsten kennen gelernt habe, musste ich erstaunt feststellen, dass wir gemeinsame Freunde haben, einige Orte gemeinsam regelmäßig besuchen und sogar für eine kurze Zeit in derselben Straße in Köln gearbeitet haben. „Die Welt ist ein Dorf“, dachten wir uns. Als dann die Zeit für unseren lang gehegten Gründungswunsch reif war, haben wir uns auf dieser Basis in den Local-Search-Bereich reingetastet. Unser dritter Mann Thomas hatte schließlich unabhängig von uns beiden ein ähnliches Konzept aufgestellt, was die Startkonstellation perfekt machte.

Die Konzeptarbeit begann im November 2006, gefolgt von dem eigentlichen Coding ab Februar 2007. Gelauncht haben wir dann im Juli 2007. Der größte Stolperstein bis dahin war für uns die Entwicklersuche: Wir entwickeln in Ruby on Rails, was eine derzeit extrem hippe Programmiersprache ist, die an chronischem Personalmangel leidet. In diesem Bereich fähige Leute zu finden, die auch ein echtes „Startup-Commitment“ (Überstunden, hier und da ein wenig Chaos, Akzeptanz eines jungen Umfelds) mitbringen, kommt dem Sechser im Lotto gleich.

Worauf basiert das Business-Modell von Townster? Sind Investoren an Bord?

Wir haben ein dreistufiges Verwertungsmodell: Klassische Onlinewerbung mit Fokus auf regionales Targeting, Premiumservices für Gewerbetreibende sowie Content Syndication. Es ist bereits eine Reihe von bekannten Investoren an Bord, die wir demnächst teilweise nennen werden.

Wo siehst du die Stärken von Townster? Die Konkurrenz ist groß. Warum wird sich euer Portal durchsetzen?
Es ist Tatsache, dass Local Search das nächste große Thema im Netz wird, nicht zuletzt im Hinblick auf mobile Endgeräte. Der Markt ist riesig, schon jetzt gibt es eine Reihe von lokalen Suchmaschinen – die Stickyness ist allerdings branchenüblich gering, der Nutzwert der Suchergebnisse angesichts der starken Vertriebsausrichtung fragwürdig. Bei einer Suchmaschine kommt es schließlich nicht auf die Anzahl der Suchergebnisse an, sondern auf die Relevanz dieser für den jeweiligen Nutzer. Diesem Problem können wir durch die in meinen Augen sehr sinnige Integrierung des Social Networks entgegenwirken. Schließlich haben wir ein motiviertes Team und die beratende Unterstützung einiger großer Namen, was für mich ein extrem wichtiger Baustein ist.

Eine spannende Frage ist auch immer die des Wachstums. Mit welchen Marketing-Tools wollt ihr die Anzahl der Mitglieder von Townster rasch erhöhen?
Wir setzen wie so ziemlich alle Web 2.0-Startups auf virales Wachstum, das wir derzeit durch Pressearbeit und Offline-Promotion (u.a. Flyeraktionen, Sponsoring) ankurbeln. Von Freunden geworbene Nutzer sind für uns die wertvollsten, weil sie auf der Plattform erfahrungsgemäß schnell aktiv werden. Entsprechend hat dieser Kanal eine sehr hohe Gewichtung bei Townster.

Euer Erfolg steht und fällt mir der Bereitschaft der User, sich auf Townster anzumelden und mitzumachen. Habt ihr Angst davor, dass der Community-Bedarf der Menschen bald gesättigt ist?
Er ist schon jetzt sichtlich gesättigt. Besonders sehe ich das an meiner Person: Ich war schon immer sehr Technologie-affin und neugierig. Meine Bereitschaft, all’ die neuen Dienste auszuprobieren, hat sich arg gelegt – nicht, weil ich weniger Zeit habe, sondern weil eine extreme Reizüberflutung vorherrscht. Nichtsdestotrotz denke ich, dass man mit der richtigen Nutzwertsuggerierung immer noch gut Reichweite ziehen kann – Xing ist da ein Bilderbuchbeispiel. Als passiver Nutzer, der nur schnell etwas suchen will, braucht man sich bei Townster übrigens demnächst nicht mehr anzumelden – klar wollen wir lieber die angemeldeten Community-Nutzer, aber am Ende des Tages soll keiner ausgeschlossen werden.

Welche Ziele habt ihr euch fürs erste Jahr gesetzt?

Unser Fokus liegt ganz klar auf der Weiterentwicklung des Produkts: Bevor wir richtig durchstarten, müssen wir unsere Technologie Roadmap noch weiter abfahren. Ansonsten bauen wir derzeit unser Team aus und wollen circa fünf neue Gesichter bis Ende des Jahres bei uns haben – die entsprechenden Jobangebote gibt es hier.

Worauf sollte man deiner Ansicht nach besonders beim Gründen achten?

Vor allem auf die persönliche Belastbarkeit und das Commitment. Am Anfang ist jeder Feuer und Flamme für die jeweilige Idee, was bei den ersten, naturgemäß vorprogrammierten Rückschlägen in tiefe Bestürztheit umschlägt – das muss man dann schnell schlucken können. Noch wichtiger ist das Team: Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass einem das beste Konzept nichts bringt, wenn die Leute dahinter nicht harmonieren. Es klingt etwas abgedroschen, doch die ausführende Riege ist meiner Meinung die absolute Messlatte.

Was reizt dich an der Selbstständigkeit?
Die Tatsache, für sich selber verantwortlich zu sein – zwar legt man hier viel öfter eine Bauchlandung hin, doch ab einem bestimmten Zeitpunkt an ist man in der Tat „seines Glückes Schmied“, wie es so schön heißt. Schließlich ist das Erfolgsgefühl eines Selbständigen, ob bei kleinen oder großen Milestones, einfach erfüllender.

Wie siehst du die Internetszene im deutschsprachigen Raum im Jahr 2007?

Ich sehe sie in diesem Jahr auf jeden Fall kurz vor dem Überkochen. Es gibt überraschend viele Konzepte mit Zukunft und versierten Teams. Allerdings reihen sich hinter ihnen jeweils fünf weitere Versionen ohne echte Differenzierung ein, was sich langsam zu dem altbekannten Imageproblem zusammenbraut.

Neben Townster wirst du wohl auch noch ein paar andere Seiten besuchen. Verrätst du uns, welche?
Ja, einige – derzeit verstärkt Wazap.com, Technorati.com und das uns allen bekannte Xing.

Danke Gleb! Ich wünsche euch viel Erfolg.
Das E-Interview führte Thomas Gabriel von Internetszene.com am 01.09.2007.