Das Online-Versandhaus Amazon investiert in Amie Street, einem Musikdienst mit sozialem Netzwerk, der auf Digital Rights Management (DRM) verzichtet und 70 Prozent der Einkünfte an die Künstler ausschüttet.

Amie Street ist der erste digitale Music Store, der durch ein soziales Netzwerk angetrieben wird, in dem Mitglieder der Community Entdeckung, Promotion und Preisgestaltung der Musik vorantreiben. Amie Street wurde im Juli 2006 von drei Studenten der Brown University in Providence, Rhode Island, gegründet.

Künstler können auf Amie Street ihre Stücke hochladen, die ersten Kunden erhalten die Downloads der Songs noch kostenlos, mit zunehmender Beliebtheit steigt der Preis auf bis zu 98 US-Cent. Die Songs auf Amie Street kommen ohne DRM-Maßnahmen.Amie Street erwuchs aus der Idee, den Kauf von Musik sozial und erfreulich zu gestalten,” sagte Mitbegründer und CEO Elliott Breece.

“Die Idee, dass die Kunden direkten Einfluss auf die Songpreise haben, ist ein interessanter und innovativer Zugang zum Verkauf von digitaler Musik”, meint Jeff Blackburn, Senior Vice President für Geschäftsentwicklungen bei Amazon. Details über die Investitionen in AmieStreet sind bisher nicht bekannt. Die von Amie Street angebotene Kombination aus DRM-freien Downloads und sozialem Netzwerk könnte für Amazon eine Gelegenheit bieten, in Sachen Musik wieder zu den Marktführern aufzuschließen. Bisher fehlen auf Amie Street allerdings noch die großen Namen.

YouTube - das MTV des Internet

20. September 2006

Im Video-Portal YouTube ist inzwischen jedes aktuelle Musikvideo zu finden. Gut 60 Prozent aller Videos, die sich Internetnutzer online ansehen, werden über YouTube verbreitet. Die Verbreitung von Musikvideos in Online-Communitys stellt für die Labels zwar eine willkommene Werbung dar, sie wollen jedoch auch an der Verwertung des Videomaterials mitverdienen.

YouTube verhandelt bereits seit längerem mit Vertretern der Musikbranche. Warner Music Group hat nun als erster großer Musikkonzern erklärt, sein Repertoire an Musikvideos YouTube zur Verfügung zu stellen. YouTube muss die Werbeeinnahmen, die mit den Inhalten erzielt werden, mit dem Musikkonzern teilen.

Die Labels werden großes Interesse daran haben, die Veröffentlichung von Musikvideos bei YouTube in legale Bahnen zu lenken und einen Teil vom Werbekuchen abzubekommen. Wohin die Reise geht und wer am Ende für wessen Dienste zahlen wird, ist noch völlig unklar. YouTube jedenfalls habe ein drängendes Interesse daran, die Verträge schnellstens in trockene Tücher zu bekommen, berichtet SPON.

Bei einer Investorenkonferenz letzte Woche meinte Doug Morris, Chef des weltgrößten Musikunternehmens Universal Music, dass der “MTV-Fehler” nicht wiederholt wird. MTV wurden früher die Clips zu Promotionzwecken gratis zur Verfügung gestellt. MTV konnte damit ein milliardenschweres Unternehmen aufbauen.